Unberühmte Geschwister V: Frauke Freud

Es ist mir ein persönliches Anliegen, über jene zu berichten, die permanent im Schatten von jemand Anderem stehen. Es handelt sich um die Geschwister von berühmten Persönlichkeiten.

V Frauke Freud wurde am 6. Mai 1856 in Freiberg, Mähren geboren und ist, was den meisten unbekannt sein dürfte, die eineiige Zwillingsschwester des berühmten, österreichischen Arztes und Tiefenpsychologen Sigmund Freud. Äußerlich, ihrem Bruder absolut ähnlich, hielten die Menschen in ihrem Umfeld sie meistens für Sigmund, was der Umstand, dass Frauke von Natur aus über einen starken Bartwuchs verfügte, nur noch begünstigte. Wie heute bekannt ist, muss man Frauke Freud und nicht Sigmund als Begründer der modernen Psychoanalyse ansehen. Während Frauke das Strukturmodell der Psyche des Menschen, bestehend aus dem Es, dem Ich und dem Über-Ich entwickelte, hatte Sigmund oder Schlomo, wie Frauke ihn liebevoll nannte, meist nur Unsinn im Kopf und verdiente sich das Geld für seine Zigarrenabhängigkeit als Traumdeuter in einem Kuriositätenkabinett auf dem Wiener Prater. Da man Frauke den Zugang zu den elitären Kreisen verwehrt hätte, gab sie sich häufig für ihren Bruder aus, um in seinem Namen ihre Arbeiten veröffentlichen zu können. Doch nicht jede dieser Veröffentlichungen war brillant, weswegen es zuweilen heftige Kritiken hagelte. Zur Ehrenrettung Frauke Freuds muss erwähnt werden, dass einige ihrer fragwürdigeren Theorien ihrem Bruder zuzuschreiben sind, da sie sich bei Unpässlichkeiten hin und wieder gezwungen sah, sich durch ihn in der Öffentlichkeit vertreten zu lassen und Sigmund, der sich Texte schlecht merken konnte, anfing zu improvisieren (Siehe „Frau Mutter, ich liebe Sie! – Der Ödipuskomplex unter der Lupe“, Studienausgabe, F. Freud, Elektraverlag Wien 1924) Bis heute spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem Freud‘schen Versprecher.

Unberühmte Geschwister IV: Paco Picasso

Es ist mir ein persönliches Anliegen, über jene zu berichten, die permanent im Schatten von jemand Anderem stehen. Es handelt sich um die Geschwister von berühmten Persönlichkeiten.

IV Paco Picasso (1886 – 1976) war ein spanischer Maler, Bildhauer und Hausmeister. Während sein Bruder Pablo in der blauen Periode seinen eigenen Stil begründete, malte Paco in seiner violetten Periode hauptsächlich Bilder von entzündeten Schleimhäuten. Pacos größter Erfolg war das Bild „Anmutige Wildpferde bei überfrierender Nässe“ das er sich aus der Reihe >Malen nach Zahlen< gekauft hatte und während des sechsjährigen Schaffensprozesses kein einziges Mal über die Linie malte. Das Motiv eines Opossums auf blauem Grund, das sich selbst mit einem Repetiergewehr in die Pfote schießt, wurde im Jahr 1949 von Paco für den Pariser Weltfriedenskongress entworfen. Zu seiner großen Verärgerung wurde es abgelehnt. Stattdessen gab man dem Entwurf der Friedenstaube seines Bruders Pablo den Vorzug, was seitdem weltweit als Friedenssymbol gilt, ausser im Hause Picasso. Pacos bildhauerische Fähigkeiten blieben ebenfalls erfolglos. Seine Plastik „Lachendes Meerschweinchen“, das er komplett aus den Materialien gemischtes Hackfleisch und Pfeifenreiniger anfertigte, wurde von Kritikern verpönt und ist bis zum heutigen Tag lediglich auf Kindergeburtstagen ein großer Renner. Zu Paco Picassos bekannteren Werken gehören das präparadontistische Gemälde „max. Aufzugslast: 230 kg“ (1908) und das monumentale Symptoma (1936), eine künstlerische Umsetzung der Reaktion eines Allergikers auf die Haare einer französischen Bulldogge im Thunfischsalat. Viele von Paco Picassos Werken hängen heute in den Sanitärbereichen des Pariser Louvre.


Unberühmte Geschwister III: Nadine Kolumbus

Es ist mir ein persönliches Anliegen, über jene zu berichten, die permanent im Schatten von jemand Anderem stehen. Es handelt sich um die Geschwister von berühmten Persönlichkeiten.

III Nadine Kolumbus wurde 1457 in Genua geboren und unternahm dort für spanische Touristen Entdeckungstouren durch das gesamte Stadtgebiet. Bei dem Versuch, eine Abkürzung vom Europaplatz zu dem indischen Gewürzhändler im asiatischen Viertel zu finden, stieß sie auf den bis dato unbekannten Schnellimbiss eines Indianers namens Sugar. Dieser verkaufte die besten Cheeseburger der Stadt. Durch Nadines Entdeckung erhielt der Laden von diesem Moment an schlagartig großen Zuspruch. Jeder wollte Sugars Cheeseburger. Nach zähen Verhandlungen trat Sugar seine Ladenräume, im Tausch gegen eine Plastiktüte voller Altglas an einige der Touristen ab und überlies ihnen das Cheeseburgergeschäft. Großzügigerweise gestatteten ihm die neuen Besitzer, weiterhin in der Besenkammer im hinteren Teil des Ladens zu wohnen, wo er heute immer noch sitzt, Wasserwanzen jagt und seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Schnaps und Tabakwaren bestreitet. Nadine Kolumbus selbst, unternahm noch den zweiten Versuch einer Entdeckungstour, da die eigentliche Abkürzung ins Chinesenviertel ja immer noch nicht gefunden war. Dabei geriet sie jedoch in eine Sackgasse und fand nie wieder heraus.

Unberühmte Geschwister II: Horst Einstein

Es ist mir ein persönliches Anliegen, über jene zu berichten, die permanent im Schatten von jemand Anderem stehen. Es handelt sich um die Geschwister von berühmten Persönlichkeiten.

II Horst Einstein wurde 1873 in Ulm geboren und war der sechs Jahre ältere Bruder des berühmten Albert. Zuerst arbeitete Horst als Sachverständiger für Badewannenstöpsel im Patentamt Köln. Durch den großen Erfolg seines Bruders Albert fühlte sich Horst bemüßigt, ebenfalls Physiker zu werden. Horst wollte in allem besser sein als sein Bruder und versuchte permanent, diesen zu übertrumpfen. Wenn Albert einem Journalisten die Zunge herausstreckte, gab Horst einem Journalisten eine Kopfnuss. Wenn Albert den Grundstein für die Erfindung des Lasers legte, schloss sich Horst der dunklen Seite an und erfand den Todesstern. Wenn Albert die Relativitätstheorie erfand, trat Horst ihm ans Schienbein. Horst Einsteins provozierendes Aussehen, seine rebellische Haltung und seine nonkonformistische Weltanschauung, führten letztendlich zur Entwicklung der Anti-Relativitätstheorie. Aus diesen Gründen darf man ihn heute als den Begründer der Punk-Physik betrachten. (siehe hierzu „Raum und Zeit kann mich mal, Alter“ von H. Einstein, erschienen im Rebellenverlag, Berlin 1916)


Unberühmte Geschwister I: Kevin Shakespeare

Es ist mir ein persönliches Anliegen, über jene zu berichten, die permanent im Schatten von jemand Anderem stehen. Es handelt sich um die Geschwister von berühmten Persönlichkeiten.

I Kevin Shakespeare (1571-1620) frönte ebenfalls der Dichtkunst, konnte jedoch zeit seines Lebens nicht an die Erfolge seines Bruders William heranreichen. Insgesamt schrieb Kevin 321 Dramen und Versdichtungen, 7 Nationalhymnen, sowie 76 Rezepte für gekochten Stockfisch. Zu seinen berühmtesten Werken zählen unter anderem „ Eine Sommernachtsgrippe“,„Romeo und Tarantula“, „Macbeth und die Zombiepiraten“, eine dänische Kochtragödie mit dem Titel „Omlett – 2 oder 4 Eier,  das ist hier die Frage“, sowie die Betriebssystemkomödie „Die lustigen Weiber von Windows“.  Die Gunst des Publikums verlor Kevin endgültig, als er eine mehrbändige Sammlung von geschätzt 7400 Sonetten veröffentlichte, die allesamt von seinem Goldfisch Matthew handelten. Danach wollte niemand mehr seine Werke lesen und von da an textete er bis zu seinem Ende nur noch die Warnhinweise auf den Verkehrsschildern in seiner Heimatstadt Stratford. Trotzdem ist die Nachhaltigkeit seines Schaffens bemerkenswert, hat Kevin er doch in seinen Werken so viele Worte und Begriffe geschaffen, die heute immer noch in unserem Sprachgebrauch zu finden sind. Kevin Shakespeare gilt als Schöpfer von Begriffen oder Redewendungen wie „Au Weia!“ oder „Verflucht, die Milch läuft über“. Kevin Shakespeare starb im Jahr 1616 in Stratford und wurde in der Holy Trinity Church beigesetzt. Auf der Steinplatte, die sein Grab markiert, steht folgende Inschrift: „Guter Freund, grabe nicht den Schnargel aus, solange du nicht weißt, warum er verbuddelt wurde“.