Von Konserven, Investmentbankern und Platznot …

Liebes Tagebuch. Ich habe große Platznot. Mein imaginärer Investmentbanker Dr. Kloppe hat mir geraten, all mein Geld für die Zukunft sinnvoll anzulegen.

So habe ich auf seinen Rat hin in bestes oberschlesisches, Hausmacher-Dosen-Otter-Geschnetzeltes investiert. Komme wegen der vielen Konserven kaum noch in meine Wohnung, aber laut Dr. Kloppe wird sich deren Wert  im Laufe der nächsten 37 Jahre veranderthalbfachen. Ziehe solange ins Hotel.

Von feindlichen Agenten, geheimen Zeichen und Himbeergelee …

Liebes Tagebuch …

Heute Morgen ist ein algengrünes Automobil vor meinem Haus vorbeigefahren. Endlich! Das verabredete Zeichen.

Ich eilte hinunter auf die Straße. Das Auto hielt direkt an der nächsten Ampel. Ich stieg auf der Beifahrerseite ein, dann nannte ich dem Fahrer das Losungswort: Himbeergelee.

Der Fahrer der natürlich ein Agent war, erwies sich als absoluter Profi. Er muss gemerkt haben, dass man uns heimlich verfolgte. Er tat so, als würde er mich nicht kennen und warf mich gestenreich aus seinem Wagen. Die Gefahr, aufzufliegen war ihm wohl zu groß. Warte nun auf ein neues Treffen.

Von Teelichtern, Radkappen und hohem Alter …

Liebes Tagebuch …

Mein Erfindungsgeist ist gefragt. Die Strahlung einer Mikrowelle im Haushalt, ist mir in meinem hohen Alter mittlerweile zu gefährlich geworden. Nun arbeite ich mit all meiner Ingenieurskunst daran, eine ungefährliche Alternative der Speisenerwärmung zu entwickeln.

Der bisherige Prototyp, bestehend aus einem Schuhkarton für Trekkingstiefel, einer Aluminiumradkappe, einem Teelicht, einer Katzentür, sowie einem waffenfähigen Akkordeon, stellt mich noch nicht vollständig zufrieden. Doch ein scharfsinniger Geist kapituliert zu keiner Zeit.

Von Monsterschnecken und gechlortem Wasser …

Liebes Tagebuch …

Heute muss ich mich vor Gericht verantworten, weil ich in ein Sportartikelgeschäft eingebrochen bin. Dass man mir dies vorwirft ist geradezu schändlich, schließlich handelte ich zum Wohle der Menschheit.  Ich hatte herausgefunden, dass ein boshaftes Weltraumschneckenweibchen seine Eier zwischen den Sportartikeln deponiert hatte. Wie sie das bewerkstelligen konnte, tut nichts zur Sache. Sollten die Monsterschnecken in diesen Eiern jedoch schlüpfen, würde eine Invasion über die Erde hereinbrechen. Also sammelte ich alle Eier ein und versenkte sie im Nichtschwimmerbecken des nahe gelegenen Waldschwimmbades. (Weltraumschnecken hassen gechlortes Wasser)

Ich persönlich mache den Geschäftsführer des Ladens für dieses überaus niederträchtige  Weltraumschnecken-Komplott verantwortlich. Bei der Vorverhandlung hat er sich verraten, indem er die Schneckeneier als Tischtennisbälle bezeichnete. Ich gehe davon aus, dass das Urteil zu meinen Gunsten ausfallen wird, denn kein Mensch trägt Tennisspiele auf einem Tisch aus. Eine lächerliche Behauptung, die ihm kein Richter dieser Welt abnehmen wird.

Weshalb vor meinem Haus Menschen verschwinden …

Liebes Tagebuch …

Ich bin entsetzt und habe den dringenden Verdacht, dass unmittelbar vor meinem Haus Menschen verschwinden. Jeden Tag kann ich beobachten, wie dort Männer, Frauen, sogar Kinder fast regungslos in einer Art Schockstarre verharren und ins Nichts starren. Möglicherweise werden sie mit einem Gedankenkontrollstrahl gefügig gemacht. Dann tut sich ein großes, metallisch glänzendes Objekt davor auf und verursacht dabei einen dröhnenden Lärm. Die Menschen werden völlig willenlos ins Innere gesaugt, was das Objekt mit einem diabolischen Zischen quittiert. Kurz danach ist das Objekt verschwunden und mit ihm auch all die Menschen. Das geschieht mittlerweile jeden Tag und sieht fast nach einem Plan aus. Bei einer nächtlichen Untersuchung der Stelle vor meinem Haus, konnte ich dort ein ausserirdisches Symbol entdecken. Es handelt sich um eine Art schleimgrünes „H“, das von einem gelblich-grünen, nicht menschlichen Auge umringt wird. Ich denke, dass eine Invasion kurz bevor steht, denn diese Symbole scheint es mittlerweile in der ganzen Stadt zu geben. Werde mich morgen an die Front begeben um die unglücklichen Seelen diesem entsetzlichen Metallobjekt zu entreißen.