FrischGepresst Tierlexikon: Der Ionenfalter

Der Ionenfalter (Gonepteryx Tesla) gehört zur Gattung der elektrischen Insekten. Im Jahre 1917 wollte sich Tonko Tesla, der Bruder des berühmten Nikola Tesla, ein kybernetisches Fensterputzinsekt basteln, da er Fenster putzen hasste. Doch bereits in der Entwicklungsphase konnten die ersten beiden Prototypen in die freie Natur flüchten. Durch einige laue Sommerabende im romantischen Dickicht kam es dann zu einer starken Populationserhöhung.

Wie sich die Ionenfalter konkret vermehren ist ansonsten wenig erforscht. Bekannt ist lediglich, dass sie ihre Plasma-Eier in positiv geladenen Veilchen ablegen aus denen nach kurzer Zeit die Raupen schlüpfen.

Überleben kann der Ionenfalter, weil er genügend natürliche Stromquellen (Blitze, Zitteraale, Wechselstromschnellen, Dynamohnblumen usw.) findet, an denen er sich aufladen kann. Ansonsten ernährt er sich hauptsächlich von sauren Drops mit Ionengeschmack.

Bemerkenswerterweise ist der Ionenfalter resistent gegen frostige Temperaturen. Sollte ein Falter im Winter liegenbleiben, so ist es faszinierend zu beobachten wie ihm ein anderer, hilfsbereiter Ionenfalter, mithilfe seiner Fühler die entfernt an ein Überbrückungskabel erinnern, Starthilfe gibt damit er wieder anspringt.

Da man in den frühen achtziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts die Ionenfalter gerne als alternative Stromquelle nutzte, indem man sie einfach in das Batteriefach eines tragbaren Kassettenabspielgeräts stopfte, gelten sie heute nahezu als ausgestorben. Fenster haben sie im Übrigen auch nie geputzt.

FrischGepresst Tierlexikon: Wischmops, Reiherqualle, Werwurm …

Aus dem FrischGepresst Tierlexikon:

DER WISCHMOPS ist eine englische Hunderasse und unterscheidet sich vom gewöhnlichen Hausmops durch einen stark ausgeprägten Putzfimmel. Der Mops besitzt Charme, Würde und Intelligenz, doch das Beste an ihm ist sein vliesartiger Schwanz. Diesen setzt er ein, um täglich seine Hundehütte zu bohnern. Je nach Unterrasse hinterlässt der Mops dabei einen Geruch, der von Limone, über Olive bis hin zum Neuwagenduft reichen kann. Jedoch sollten sich wirklich nur erfahrene Hundehalter und Freunde der Reinlichkeit an den Wischmops wagen. Wenn das Herrchen beispielsweise vergessen haben sollte, sich die Schuhe abzuputzen, oder das benutzte Glas in den Geschirrspüler zu stellen, kann es von Seiten des Mopses durchaus zu Bissigkeiten im häuslichen Bereich kommen. Prominentestes Beispiel war Christoph Kolumbus, der die vorwurfsvollen Blicke und das nörgelnde Geknurre seines Wischmopsmännchens „Vileder“ nicht mehr ertragen konnte und sich unter dem Vorwand einen neuen Kontinent entdecken zu wollen, aus dem Staub machte.

DIE GEPUNKTETE REIHERQUALLE (Medusae Vomitus punctum) gehört der Gattung der wirbellosen Brechnesseltiere an. Wissenschaftlich gesehen sind ordinäre Quallen per se ekelerregend und widerlich, doch die gepunktete Reiherqualle ist noch um einiges schlimmer. Durch ein fehlendes Enzym leidet sie von jeher an chronischer Seekrankheit, was in ihrem Fall besonders verheerend ist, da ihr transparenter Körper zu fünfundneunzig Prozent aus Magen besteht. Aus diesem Grund wird sie sogar von allen anderen Quallenarten gemieden. Das bedauernswerte Geschöpf wabert einsam und gelbgrünlich leuchtend durch die Ozeane und befindet sich immer auf der Suche nach einem Gewässer mit möglichst wenig Seegang. Dabei versucht sie ein Übergeben, so gut es geht zu verhindern, was ihr aber nur mäßig gelingt. An schlechten Tagen übergibt sie sich circa alle sechs Minuten. Schon seit vielen Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es sich bei dem Phänomen des grünlichen Meeresleuchtens um eine fluoreszierende Algenart handelt, doch in Wahrheit bewundern Millionen von Touristen den leuchtenden Auswurf der Reiherqualle. Mittlerweile hat die gepunktete Reiherqualle gute Chancen, Nesseltier des Jahres zu werden. Wissenschaftler sehen in ihrem permanenten Sodbrennen die Möglichkeit auf eine alternative und umweltfreundliche Energiequelle.

DER WERWURM (Annelida therion) ist ein spezielle Art des Ringelwurms, der sich bei Vollmond in einen vollfunktionsfähigen U-Bahn Zug verwandelt. Sein natürlicher Lebensraum sind verlassene Abstellgleise im städtischen U-Bahn System. Dort hält sich der bis zu drei Zentimeter große Wurm auf, um heimlich an den Stromversorgern der Schiene zu nuckeln. Der Werwurm verbraucht dabei pro Tag circa sechs bis zwölf Kilowatt, weswegen er im Volksmund auch fälschlicherweise als Wattwurm bezeichnet wird. Wie eingangs erwähnt, kommt es bei Vollmond zu einer Transformation, bei der sich der Werwurm tausendfach vergrößert und von einem normalen Zug des unterirdischen, öffentlichen Personennahverkehrs nicht mehr zu unterscheiden ist. Im weiteren Verlauf fährt der Werwurm ruhig und sicher seine Strecke vom Stadtzentrum zum Hauptbahnhof und befördert in den nächsten vierundzwanzig Stunden ungefähr viertausend ahnungslose Fahrgäste. In der Regel verhält sich der Werwurm dabei extrem unauffällig, allerdings geht er rigoros gegen Schwarzfahrer und Graffitisprayer vor. Diese werden erbarmungslos gefressen und halb verdaut auf die Gleise gespuckt. Gegen Ende des Vollmondes verwandelt sich der Werwurm wieder zurück und begibt sich in sein Abstellgleis, wo er die nächsten drei Tage zu erhöhtem Stromverbrauch neigt.

FrischGepresst Tierlexikon: roter Pfeifbackendrüsling, Holzkohlengrille …

Aus dem FrischGepresst Tierlexikon:

DER ROTE PFEIFBACKENDRÜSLING gehört zur Gattung der Krawallspatzen. Der vier bis fünf Zentimeter große Singvogel hat ein gelb-rotes Gefieder und ernährt sich hauptsächlich von großen Säugetieren und sauren Drops. Seinen Namen erhielt der Drüsling durch die kiemenartigen Backen die im aufgeplusterten Zustand an die Fahrgeräusche des ICE 599 „Sepp Herberger“ von Mannheim nach Berlin erinnern. Der Verein der Eisenbahnfreunde Wolfenbüttel e.V. kürte ihn deshalb kürzlich zum Singvogel des Jahres. Pro Tag verzehrt der rote Pfeifbackendrüsling zwischen sieben und acht ausgewachsene Elefantenbullen, was bei seinem eigenen Körpergewicht von gerade einmal 120 Gramm recht bemerkenswert erscheint. Bis heute ist es der Forschung noch nicht gelungen, die höchst komplexe Verdauung dieses possierlichen Singvogels zu entschlüsseln. Der Vogel eignet sich wenig als Haustier und auch in Zoos findet man ihn kaum, was dem profanen Grund geschuldet ist, dass es sich niemand leisten kann, täglich diese große Mengen an frischem Elefantenfleisch an den Drüsling zu verfüttern.  Auch eignet sich der Drüsling wenig zur Zucht, da die befruchteten Eier bei unsachgemäßer Lagerung zu Explosionen neigen.

DIE HOLZKOHLENGRILLE gehört zur Gattung der fleischvortäuschenden Pflanzen und wurde erstmals 1927 durch den französischen Abenteurer und Biologen Francois T. Briquette entdeckt. Zu ihrem natürlichen Lebensraum zählen unter anderem Vorgärten, Reihenhaussiedlungen, Naturparks und Campingplätze. Durch feine Härchen an ihren Hinterbeinen ist die Holzkohlengrille in der Lage, brutzelnde Laute von sich zu geben. Über eine Barbecuedrüse am Unterleib lockt sie ihre Beute mit dem Geruch von saftigem Rinderfilet nach Holzfällerart an. Wenn sich das Opfer nähert weil es glaubt, es handle sich hierbei um eine Grillparty, schnappt die Holzkohlengrille zu und verspeist ihre Beute. Oftmals passiert es jedoch, dass sich die Grille schon vorher derart mit Brot, Salaten und Grillsauce vollstopft, dass sie satt ist bis das eigentliche Grillgut eintrifft. Dieser Tatsache ist es vermutlich auch geschuldet, dass die Holzkohlengrille heutzutage nahezu als ausgestorben gilt.

FrischGepresst Tierlexikon: Die Chronotermite …

Aus dem FrischGepresst Tierlexikon:

DIE CHRONOTERMITE (Termitidae Tempus) ist neben der Hyperspace-Assel der wohl gefährlichste Vertreter der Gattung der Dimensionsschädlinge. Damit klar wird, was die Chronotermite anrichtet, muss man sich die Zeit als eine Art Holzkonstruktion mit sehr vielen Streben vorstellen. Die Chronotermite nagt mit Vorliebe Löcher in diese Konstruktion und macht sie somit instabil. Um sich fortzupflanzen legt die Königin die befruchteten 3-Minuteneier zunächst in den Nanosekunden eines Tages ab. Wenn die Larven schlüpfen, ernähren sie sich von den, in der Zeit enthaltenen Proteinen. Je größer die Larven werden, umso mehr Sekunden fressen sie, was zunächst jedoch nicht auffällt, da nur kleine Augenblicke oder Momente verschwinden. Unterschätzen sollte man dies jedoch nicht. Ein kompletter Schwarm Chronotermiten kann pro Tag bis zu 2 volle Stunden vertilgen. Im Jahr 1987 war die Schädlingsplage so groß, dass die Termiten den 17. Februar dieses Jahres vollständig verzehrt hatten. Aus diesem Grunde kann sich niemand mehr an diesen Tag erinnern und der Vorfall konnte nur mit Mühe rekonstruiert werden. Wenn die Termiten ein zu großes Loch in eine Strebe der Zeitkonstruktion gefressen haben, kommt es zur sogenannten Termitenlochbildung die fälschlicherweise als Wurmloch bezeichnet wird. Dies hat zur Folge, dass die aktuelle Zeit im Wurmloch verschwindet und an ihrer Stelle ein anderes Stück Zeit aus der Vergangenheit nachrückt. Der Mensch bemerkt dies in Form eines Déjà Vus. Bevorzugt frisst die Chronotermite die Freizeitminuten eines Tages, da diese einen sehr süßen Geschmack aufweisen und zudem sehr nahrhaft sind. Arbeitszeitminuten verspeist sie nur in Notfällen, da diese viele Bitterstoffe enthalten und somit als nahezu ungenießbar gelten. Bislang gibt es noch kein Mittel um die Chronotermite erfolgreich bekämpfen zu können.

FrischGepresst Tierlexikon: Die gemeine Lederlaus …

Habe eine sensationelle Entdeckung in der Fauna gemacht. Eine Tierart von der man dachte, sie wäre seit den dreißiger Jahren ausgestorben, ist doch noch existent. Es handelt sich hierbei um die gemeine Lederlaus (lat. Pediculus Velouris).

Die Lederläuse sind vermutlich als Mutation aus der Lagerlaus und der Feldlaus hervorgegangen. Ihr geschichtliches Auftreten markiert in etwa den Zeitpunkt, ab dem Menschen regelmäßig Kleidung trugen. Forscher konnten diesen Zeitpunkt auf den letzten Dienstag zurück datieren. Warum die Lederläuse als ausgestorben galten ist schnell erklärt. In den goldenen Zwanzigern war Kleidung aus Lausleder besonders gefragt. Um einen kompletten Mantel herzustellen, braucht es, abhängig von der Konfektionsgröße, ungefähr 4-12 Milliarden Tierchen, was den Kaufpreis enorm nach oben treibt. Wenn Lederlauskleidung auch nur von äußerst betuchten Gesellschaftsschichten erworben werden konnte, so erfreuten sie sich doch gerade dort, größter Beliebtheit. 1928 trug die berühmte Stummfilmdiva Adele Sandrock (1903 – 1967) bei der Premiere ihres Films „Das große Espenlaubkomplott“ ein Abendkleid aus dem Leder der noch selteneren, weißen Lederlaus (lat. Pediculus Velouris Albus). Inoffiziell gilt dieses Kleid als eigentlicher Auslöser der großen Wirtschaftskrise.

Nachdem weltweit gerade 54 Kleidungsstücke aus Lausleder angefertigt werden konnten, galt die Lederlaus als ausgestorben. Zumindest bis zum heutigen Tage. Ich werde mich nun der Aufgabe widmen, diese possierlichen Tierchen wieder aufzupäppeln.  Ich hätte gerne eine komplette 6’er Lederlaus-Sitzgruppe für mein Wohnzimmer.