Wie Herr Finkbeiner einem Zoo aus der Patsche half und warum er keine Frikadellenbrötchen essen sollte …

Das auf dem Foto ist Herr Finkbeiner. Herr Finkbeiner kommt einer extrem faszinierenden Tätigkeit nach. Jeden Morgen verkleidet er sich als Vogel und tritt seinen Dienst im Münsteraner Zoo an. Wie genau er sein Kostüm anlegt, wollte uns Herr Finkbeiner nicht verraten. Das sei sein Berufsgeheimnis, sagt er.

Als er damit anfing sich für einen Vogel auszugeben, bestand sein Kostüm lediglich aus Pfeifenreinigern, einem orangefarbenen Haushaltstrichter und einer Kopfkissenfüllung. Damit flog Herr Finkbeiner häufig auf, doch heute ist er von einem echten Vogel nicht mehr zu unterscheiden.

Wie kam es nun zu solch einem ungewöhnlichen Beruf? Mitten in der Hauptsaison kündigten gleich drei professionelle Vögel auf einmal und zahlreiche Käfige drohten leerzustehen. Da Vögel nunmal nicht auf Bäumen wachsen und um der Zooleitung aus der Patsche zu helfen, sprang Herr Finkbeiner ein.

Zunächst waren seine Kollegen skeptisch ob dieser Maßnahme, da es sich bei ihnen schließlich um echte Vögel handelte, doch als sich Herr Finkbeiner mit ebensolchem Enthusiasmus auf die neuen Meisenknödel stürzte wie sie es auch taten, war er just einer von ihnen. Ferner hat er für seine Bewunderer im Publikum einen eigenen Tanz einstudiert, damit es nicht so auffällt, dass er nicht fliegen kann.

Doch nun zu den Schattenseiten. Einmal wollte man Herrn Finkbeiner während seiner verdienten Pause nicht in die Cafeteria lassen weil er vergessen hatte, sein Kostüm auszuziehen und sich auch anderweitig nicht ausweisen konnte. Die Ernährung war ebenfalls problematisch, muss er doch vor Publikum ständig Körner picken und Würmer hinunterwürgen. In der Vergangenheit gab es einen Eklat, als eine Grundschulklasse gesehen hat, wie er heimlich ein Frikadellenbrötchen mit Senf verdrückte. Fortan verzichtete er auf solche Köstlichkeiten, wenn er im Gehege saß.

Mittlerweile ist Herr Finkbeiner kein Einzelfall mehr. Die Zoodirektion hat erkannt, dass es wesentlich billiger ist, Profi-Tiere durch billigere Amateure zu ersetzen. Vermutlich dauert es nicht mehr lange, bis die Kunst des Animal-Faking zum Trendberuf mutiert ist.

Herr Finkbeiner selbst hat mittlerweile genug von seinem Vogeldasein und plant bis zum Sommer eine Umschulung zum Elefanten.

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