FrischGepresst Tierlexikon: Wischmops, Reiherqualle, Werwurm …

Aus dem FrischGepresst Tierlexikon:

DER WISCHMOPS ist eine englische Hunderasse und unterscheidet sich vom gewöhnlichen Hausmops durch einen stark ausgeprägten Putzfimmel. Der Mops besitzt Charme, Würde und Intelligenz, doch das Beste an ihm ist sein vliesartiger Schwanz. Diesen setzt er ein, um täglich seine Hundehütte zu bohnern. Je nach Unterrasse hinterlässt der Mops dabei einen Geruch, der von Limone, über Olive bis hin zum Neuwagenduft reichen kann. Jedoch sollten sich wirklich nur erfahrene Hundehalter und Freunde der Reinlichkeit an den Wischmops wagen. Wenn das Herrchen beispielsweise vergessen haben sollte, sich die Schuhe abzuputzen, oder das benutzte Glas in den Geschirrspüler zu stellen, kann es von Seiten des Mopses durchaus zu Bissigkeiten im häuslichen Bereich kommen. Prominentestes Beispiel war Christoph Kolumbus, der die vorwurfsvollen Blicke und das nörgelnde Geknurre seines Wischmopsmännchens „Vileder“ nicht mehr ertragen konnte und sich unter dem Vorwand einen neuen Kontinent entdecken zu wollen, aus dem Staub machte.

DIE GEPUNKTETE REIHERQUALLE (Medusae Vomitus punctum) gehört der Gattung der wirbellosen Brechnesseltiere an. Wissenschaftlich gesehen sind ordinäre Quallen per se ekelerregend und widerlich, doch die gepunktete Reiherqualle ist noch um einiges schlimmer. Durch ein fehlendes Enzym leidet sie von jeher an chronischer Seekrankheit, was in ihrem Fall besonders verheerend ist, da ihr transparenter Körper zu fünfundneunzig Prozent aus Magen besteht. Aus diesem Grund wird sie sogar von allen anderen Quallenarten gemieden. Das bedauernswerte Geschöpf wabert einsam und gelbgrünlich leuchtend durch die Ozeane und befindet sich immer auf der Suche nach einem Gewässer mit möglichst wenig Seegang. Dabei versucht sie ein Übergeben, so gut es geht zu verhindern, was ihr aber nur mäßig gelingt. An schlechten Tagen übergibt sie sich circa alle sechs Minuten. Schon seit vielen Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es sich bei dem Phänomen des grünlichen Meeresleuchtens um eine fluoreszierende Algenart handelt, doch in Wahrheit bewundern Millionen von Touristen den leuchtenden Auswurf der Reiherqualle. Mittlerweile hat die gepunktete Reiherqualle gute Chancen, Nesseltier des Jahres zu werden. Wissenschaftler sehen in ihrem permanenten Sodbrennen die Möglichkeit auf eine alternative und umweltfreundliche Energiequelle.

DER WERWURM (Annelida therion) ist ein spezielle Art des Ringelwurms, der sich bei Vollmond in einen vollfunktionsfähigen U-Bahn Zug verwandelt. Sein natürlicher Lebensraum sind verlassene Abstellgleise im städtischen U-Bahn System. Dort hält sich der bis zu drei Zentimeter große Wurm auf, um heimlich an den Stromversorgern der Schiene zu nuckeln. Der Werwurm verbraucht dabei pro Tag circa sechs bis zwölf Kilowatt, weswegen er im Volksmund auch fälschlicherweise als Wattwurm bezeichnet wird. Wie eingangs erwähnt, kommt es bei Vollmond zu einer Transformation, bei der sich der Werwurm tausendfach vergrößert und von einem normalen Zug des unterirdischen, öffentlichen Personennahverkehrs nicht mehr zu unterscheiden ist. Im weiteren Verlauf fährt der Werwurm ruhig und sicher seine Strecke vom Stadtzentrum zum Hauptbahnhof und befördert in den nächsten vierundzwanzig Stunden ungefähr viertausend ahnungslose Fahrgäste. In der Regel verhält sich der Werwurm dabei extrem unauffällig, allerdings geht er rigoros gegen Schwarzfahrer und Graffitisprayer vor. Diese werden erbarmungslos gefressen und halb verdaut auf die Gleise gespuckt. Gegen Ende des Vollmondes verwandelt sich der Werwurm wieder zurück und begibt sich in sein Abstellgleis, wo er die nächsten drei Tage zu erhöhtem Stromverbrauch neigt.

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