Eine aktuelle Floskel Statistik

Es folgt eine grobe Schätzung über die Floskeln, die ich im Laufe meines Lebens noch von mir geben werde. Neben den üblichen verdächtigen wie: „Guten Morgen!“, „Gute Nacht!“, „Oh, das macht doch nichts!“, oder „Zum mitnehmen bitte!“ hier eine kleine Aufstellung:

  • Dreißigtausensechshundertmal: „Wie gehts?“ und 20 Sekunden später: „Danke, mir auch!“
  • Eintausendfünfhundertmal: „Alles Gute zum Geburtstag!“,
    davon achthundertdreiundvierzigmal mit dem Zusatz: „…und vor allem Gesundheit!“
  • Zweitausenddreihundertsechsundzwanzigmal: „Bitte ein Bügelbrett ohne Soße!“
  • Zweihundertzwölfmal: „Interessante Theorie. Übrigens sieht Dein Aluhut wirklich toll aus!“
  • Zweitausendundachtzigmal: „Die Rechnung bitte!“, gefolgt von „Stimmt so!“
  • Vierhunderachtzigmal: „Warum liegt das verdammte Handy immer so weit weg?! Siri, komm her!“
  • Eintausenddreundvierzigmal: „Ich habe mir das nicht ausgedacht. Das ist so!“
  • Siebentausenddreihundertmal: „Ist das Sequel jetzt ein Prequel von dem Remake?
    Achso. Ein Reebot!“
  • Einundvierzigmal: „Ach was, ich kaufe schon lange kein Einhornfleisch mehr. Sprechendes Pferd ist wesentlich billiger und schmeckt genauso gut“
  • Zweihundertundachtmal: „Herzlichen Glückwunsch euch Beiden. Ihr habt die wahre Liebe gefunden!“ und zweihundertmal: „War mir klar, dass das nicht lange gut geht!“
  • Fünfunddreißigmal: Jetzt wird’s langsam Zeit für die Winterreifen“
  • Fünfundzwanzigmal: „Danke, ich habe keinen Gott, über den ich mich unterhalten möchte, aber es freut mich für dich, dass du einen hast!“
  • Neunundfünfzigmal: „Kein Problem. Ich habe gerne beim Umzug geholfen, aber verteilt nächstes Mal die Bücher auf mehrere Kartons!“
  • Vierhundertachtzigmal: „Hast Du schon das neue Update gemacht? Ist das stabil?“
  • Vierundfünfzigmal: „Mensch, Du bist aber Groß geworden!“,
    einunddreißigmal gefolgt von: „Entschuldigung, da habe ich Sie wohl verwechselt“
  • Dreitausendzweihundertmal: „Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ und fünfundvierzigmal: „Jetzt kann ich aber wirklich keinen Süßkram mehr sehen!“
  • Siebenhundertvierundzwanzigmal: „Nö. Früher war eben nicht alles besser, ausser vielleicht, Dein Gedächtnis!“
  • Einhundertsiebenundzwanzigmal „Der ist ja putzig, ist das ein Rüde? Ach so, ein Koffer!“

Warum es gelegentlich etwas länger dauert…

Lieber Leser

Ich bin ein großer Freund des entschleunigten Schreibens. Da ein guter Text, ähnlich wie ein guter Wein, eine gewisse Zeit der Reife benötigt, sind mir moderne und ihres Zeichens schnelle Kommunikationsmittel sehr zuwider.  Daher habe ich eine besonders gemächliche Form der Textübermittlung entwickelt.

Zuallererst erdenke ich jedes, für den fertigen Text benötigte Wort. Das sind meist eine ganze Menge und zu diesem Zeitpunkt noch unsortiert. Diese lasse ich dann von Herrn Vogel auswendig lernen. Herr Vogel ist ein Gelbhauben-Kakadu und mein Nachbar.

Wurde der Vorgang des Memorierens zufriedenstellend abgeschlossen, begibt sich Herr Vogel auf eine ausgedehnte Zufahrt nach Borkum. Tierschützer mögen sich darüber nun echauffieren, doch ihnen sei versichert: Herr Vogel hat ein eigenes Abteil, ausreichend Sonnenblumenkerne und liebt obendrein die Eisenbahn.

In Borkum angekommen, begibt sich Herr Vogel zum Diktat auf das Postamt. Dort wird jedes Wort auf ein eigenes Stück Papier notiert und die einzelnen Fragmente per Telefax an den Puzzleverein Heringsdorf e.V. übermittelt, welcher diese sogleich zum späteren Text zusammensetzt.

Das vollendete Wortpuzzle wird mit einem fabrikneuen Fotoapparat aus dem Jahre 1902 abgelichtet. Der Film wird per Anhalter and die bekannten Ravensburger Bummellux Werke zum Entwickeln entsandt.

Zu diesem Zeitpunkt macht sich ein Potsdamer Fahrradkurier auf den Weg nach Ravensburg, um pünktlich, eine Woche später die entwickelte Fotografie in Empfang nehmen zu können.

Eine weitere Woche später wurde der Abzug dann von einem anderen, aus Nordhessen stammenden Fahrradkurier auch schon nach Oldenburg gebracht, wo er von einem meiner Assistenten mittels einer original Erika Modell 40 Reiseschreibmaschine zu Papier gebracht wird.

Dieses Zettel wird dann per Postkutsche an das Internet geschickt.

Die weiteren Vorgänge sind digitaler Natur und entziehen sich daher meiner Kenntnis.

Hierfür bitte ich um Entschuldigung.

Von Irrlichtern, Hundefutter und Schlägereien …

Liebes Tagebuch

Die vergangene Woche war wenig ereignisreich.
Hier die chronologische Aufstellung.

Montag
Habe meinen Zug zur Arbeit verpasst. Eine Bande von wild lebenden Papageien hat sich in Bahnhofsnähe niedergelassen, um die Reisenden mit falschen Gleisdurchsagen zu verwirren.

Dienstag
Habe Post vom Gericht bekommen. Wie sich herausgestellt hat war der Mann, den ich seit geraumer Zeit verfolge, doch nicht mein eigenes, aus der Zukunft zurückgereistes Ich. Warte nun auf die Verhandlung.

Mittwoch
Habe furchtbare Bauchschmerzen. Schuld daran ist Fräulein Tapsi, der aggressive Rauhaardackel meiner Nachbarin. Ich fand das Biest extrem unhöflich und beschloss, ihr eine Lektion zu erteilen,  Ich kaufte eine Großpackung ihres Lieblingshundefutters mit extra viel Pansen und verspeiste es vor ihren Augen, ohne ihr etwas davon abzugeben.

Donnerstag
Leide an Schlafmangel. Ein Schwarm umherstreunender Irrlichter wurde des nachts in meinen Garten gelockt, weil jemand verbotenerweise seine alten Glühbirnen dort vergraben hatte. Durch die extreme Helligkeit konnte ich in der Nacht kein Auge zutun.

Freitag
Habe meine Arbeit als Runkelrübengalvanisierungstechniker verloren. Ich war sehr gut in dem was ich tat, doch wie alle großen Modeerscheinungen, so endete auch die Nachfrage nach galvanisierten Runkelrüben rapide und die Fabrik sah sich gezwungen, zu schließen.

Samstag
Mein bester imaginärer Freund Torben-Malte, hat den Kontakt zu mir abgebrochen. Sein eingebildeter Psychiater hat ihn davon überzeugt, dass es mich in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Sonntag
Habe ein blaues Auge. Bin auf der Musik- und Gartenbaumesse Flora & Posauna unschuldig in eine handfeste Auseinandersetzung geraten. Offenbar stritten zwei Gruppen darüber, ob man die Tomate, botanisch gesehen zur Gattung der Blechblasinstrumente zählen müsse. Vielleicht sollte man die beiden Veranstaltungen künftig nicht mehr zusammenlegen.

Hier muss ich nun schließen, damit ich mich in die neue Woche stürzen kann.

Durchbruch für Kunstmuffel

Allen Lesern, die öfter unfreiwillig in Museen geschleift werden und denen beim Anblick von Gemälden, Skulpturen oder Installationen schlecht wird, empfehle ich meine selbst entwickelte, aufsetzbare Kunstabzugshaube.