Prinz Eduard, der Wecker und ich

Seit kurzem führe ich ein überaus anstrengendes Doppelleben. Der Grund? Der Wecker! Über viele Jahre hat mich dieser Sohn einer räudigen Eieruhr allmorgendlich aus meinen süßen Träumen gerissen. Nun könnte man sagen: Natürlich. Das ist ja sein Job. Ein Wecker soll wecken. Na sicher soll er das. Doch ich schwöre, dass diese teuflische Schlafentfernungsapparatur Spaß dabei hat, mich zu quälen. An jedem Morgen klingt sein heimtückisches „Äääk, Äääk Äääk“ ein Stück schadenfroher als am Tag zuvor.

Paranoid? Ich? Wer hat das gesagt? Mein Wecker versucht mich umzubringen und zwar nicht kurz und schmerzlos, sondern jeden Tag ein ganz kleines bisschen. Ich kann spüren wie sehr er es genießt, dass meine Angst vor ihm täglich wächst.

Doch unlängst habe ich beschlossen, mich von dieser Opferrolle loszusagen und der Herrschaft des Schreckens Paroli zu bieten. Heimlich, ohne das mein Erzfeind davon Kenntnis erlangt, habe ich auf einem Bauernhof einen Hahn namens Prinz Eduard erstanden.

Damit ich vor dem Wecker wach werde, habe ich den Gockel auf eine Stunde früher gestellt. Wenn dann dieses pedantische Zeitmessgerät von einem Wecker an der Reihe war, mich aus Morpheus‘ Armen zu reißen, bin ich schon längst angezogen und mit vier bis fünf doppelten Espressi betankt. Er tut dann zwar so, als wäre nichts, aber ich merke, wie sehr ihn das irritiert.

Sicher, der Preis hierfür ist nicht gerade gering. Die Halluzinationen und Schweißausbrüche durch das viele Koffein, der Misthaufen in meiner Wohnung, ohne den Prinz Eduard sonst nicht einschlafen kann, das nächtliche Wache stehen, welches den Prinzen beruhigen soll, damit er keine Albträume vom Fuchs bekommt, die Erkenntnis, dass ein Hahn je nach Temperament drei bis sieben Hennen benötigt, die mittlerweile auf der Kleiderstange meines leergeräumten Schlafzimmerschranks nächtigen … Aber zu sehen wie dieses Würstchen von Wecker morgens blöd aus der Wäsche schaut entschädigt mich für so manches. Und schließlich habe ich diesen Krieg nicht begonnen.

Bevor die Sache eskaliert, werde ich Phase II starten, um mich meines Feindes elegant zu entledigen. Hierfür benötige ich lediglich eine noch leerstehend zu machende Nachbarwohnung die meiner eigenen bis auf das Mobiliar gleicht, sowie einen Doppelgänger meiner Person.

Das Bundesamt für Jubel, Trubel, Heiterkeit warnt vor Trickbetrübern!

Gerade jetzt in der heiteren Zeit treiben finstere Spießgesellen ihr Unwesen und versuchen mit zwielichtigen Tricks den wertvollsten Besitz eines Menschen zu stehlen: Die gute Laune.

Trickbetrüber sind Angehörige von kontrahumoristischen Vereinigungen, die Ausgelassenheit und Frohsinn nicht ertragen können und sich der kriminellen Verbreitung von schlechter Stimmung verschrieben haben.

Die Maschen der Trickbetrüger sind gewieft und nicht leicht zu durchschauen. Häufig erzählen sie ihren ahnungslosen, aber gut gelaunten Opfern deprimierende Geschichten von kleinen traurigen Waschbärkindern die nicht lesen und schreiben können, zuhause auf der Erde schlafen müssen und noch nie in ihrem Leben Schuhe trugen. Oftmals stimmt das gar nicht!

Haben die Betrüber ihr Opfer erst einmal in eine negative Stimmung gebracht, raten sie diesem nicht selten zur Installation von völlig überteuerten, aber minderwertigen Witzableitern in ihrem Zuhause. Gerade Senioren fallen häufig darauf herein und fristen fortan ihr Leben als dauergrantelnde und mißlaunige Muffelköpfe.

Bei einer anderen Masche geben sich die Trickbetrüber als Spaßvögel aus, die immer einen Scherz auf den Lippen haben. Über ihre, als Späßchen getarnten Belanglosigkeiten lachen sie selbst illegalerweise am lautesten, was dazu führt, dass ihre zuhörenden Opfer das ganz und gar nicht komisch finden können. Die Polizei nennt dies die Einen-hab-ich-noch-Methode.

Auch im Internet ist Vorsicht geboten. In jüngster Zeit geraten vermehrt Viren in Umlauf die, wenn sie erst einmal auf die Festplatte des Opfers gelangt sind, alle lustigen Katzenvideos vom Computer löschen.

Richtigstellung zu „Die Gurke aus dem Hinterhalt“ vom 13.11.2013

Die Anwälte der Ranunkel Gewürzgurken AG, ihres Zeichens regelrechte Realitätsfanatiker haben uns nahegelegt, folgende Richtigstellung zu veröffentlichen.

Die Ranunkel Gewürzgurken AG hat zu keiner Zeit ein geheimes Geschäftsfeld betrieben, welches sich mit der Herstellung von lila Designer-Panzern für die Kriegsführung in Karnevalsgebieten beschäftigt.

Weiter entschuldigen wir uns Herrn Dr. Wilfried Stuckmeiser, seines Zeichens Vorstand der Ranunkel Gewürzgurken AG wegen seines chronischen Fiebers, gekoppelt mit einer vorübergehenden Inkontinenz  als „Durchlauferhitzer“ bezeichnet zu haben.

Auch hat er zu keiner Zeit den Bürgermeister veranlasst, einen besonders frechen Busfahrer zu entlassen, weil er der Einzige war, der nicht applaudierte, als Dr. Stuckmeiser den Bus betreten hatte um sich mit seinem Volk fotografieren zu lassen.

Die Behauptung, er hätte seine Arbeit als Ausbeuter niedergelegt, um fortan verrückte Rüben auf einer Farm zu züchten, ist ebenfalls falsch.

Die Passage: „Er ist so geizig, dass es beim ihm nur noch sprechendes Pferd zu essen gibt, da er nicht länger ein Sklave der Einhornfleischindustrie sein möchte. Sprechendes Pferd ist wesentlich billiger, schmeckt aber genauso gut…“ ist stark aus dem Kontext gerissen und lediglich eine böswillige Interpretation unseres stark angetrunkenen Chefredakteurs.

Die FrischGepresst Redaktion entschuldigt sich in aller Form bei Dr. Wilfried Stuckmeiser, sowie der Ranunkel Gewürzgurken AG für dieses Missverständnis.

Bei unserer Leserschaft entschuldigen wir uns dafür, dass wir gezwungen waren, den Original-Artikel zu entfernen.

Unberühmte Geschwister IX: Frederick van Beethoven

Es ist mir ein persönliches Anliegen, heute wieder einmal über jene zu berichten, die permanent im Schatten von jemand Anderem stehen. Es handelt sich um die Geschwister von berühmten Persönlichkeiten.

Frederick van Beethoven (1768 – 1829) war ein deutscher Komponist und ein Bruder des weitaus berühmteren Ludwig.

Zu Fredericks bekanntesten Kompositionen zählen das Bongo Trommelstück a-Moll WoO 59 „Für Elfriede“, sowie die Vertonung des wenig berühmten Seeräuber-Gedichtes von Erich Schiller: „Ode an die Beute“, geschrieben für den Dudelsack (siehe: Unberühmte Geschwister; Erich Schiller).

Während sich sein berühmter Bruder unter anderem dem Komponieren von Klavierkonzerten widmete, galten Fredericks Werke einem ganz anderen Instrument. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen die 64 Sonaten für Triangel die glücklicherweise als verschollen angesehen werden dürfen.

Als leidenschaftlicher Verehrer von Kung-Fu-Romanen lies Frederick sich zu seiner einzigen Oper „Fidelio – Der Drachenkrieger mit der Todeskralle“ inspirieren. Knapp zwei Jahrhunderte später wurde der Stoff von einem von Fredericks Nachfahren, Bruce van Beethoven erneut aufgegriffen.

In den späteren Jahren kreierte Frederick van Beethoven die unvergessenen Werke:

Trio Op 70 Nr 1 D-Dur „ Zweifel im Wald – Abendlied einer Krautjungfer“ für Klavier, Flöte und Rumba-Rassel, der Gräfin Maria Wilhelmine von Pustelkuchen gewidmet (1816).

Die Ouvertüre zu dem Ballet „Der Narr im Nichtspinnerbecken“ c-Moll op. 43, (1818-1819).

Die Kantate „Der große Schnakentanz“ für 4 Singstimmen mit Trillerpfeifenorchester op. 113 (1821).

Der folkloristische Speed-Metal-Trance-Lambada „Schilderung eines Schlafgrantlers“ (1827).

Aus meiner Familienchronik IV

Auch heute möchte ich wieder ein wenig über meine Familie plaudern.

Auf dem Foto das im Jahre 1963 aufgenommen wurde, sehen wir eine entfernte Verwandte namens Edith mit ihren Drillingsmädchen (v. links) Astrid, Dagmar und Untersteh-Dich!!!.

drillinge

Laut Geburtsurkunde hieß das Mädchen zwar Kerstin, doch zahlreiche Eskapaden des kleinen Satansbratens sorgten dafür, dass man sie schon rein prophylaktisch mit den Worten Untersteh-Dich!!! anherrschte und somit erschien dies als Rufname nur konsequent.

Während Dagmar und Astrid guten Gewissens als kleine Englein bezeichnet werden konnten, war die kleine Untersteh-Dich!!! von einem ganz anderen Kaliber. Sie verfeinerte die gute Gemüsesuppe ihrer Mutter mit Schmierseife, färbte Holzi den Nachbarsdackel lila, vertauschte eine Tube Sekundenkleber mit Vatis Fusscreme was diesem den Spitznamen Fusselfuß bescherte und über die von ihr erfundene Sportart Froschball breiten wir gütig den Mantel des Schweigens.

Dabei meinte sie es eigentlich nie böse. Für alles was sie tat hatte sie triftige Gründe. Bei der Schmierseifensuppe dachte sie, man spare sich dadurch das Zähneputzen, Vati beschwerte sich ohnehin immer darüber, dass er seine Socken nicht finden konnte, weshalb der Kleber fortan dafür sorgte, dass sie dort blieben wo sie hingehörten, dem Dackel stand lila einfach besser als braun und Froschball hatte sie sich als Leibesertüchtigungsmaßnahme für faule Amphibien gedacht.

Als das Foto aufgenommen wurde hatte Untersteh-Dich!!! kurz vorher sämtliche Wände des Hauses mit herzhafter Gulaschsuppe umgestaltet. Vorausgegangen war eine Aussage von Mutti Edith, die die Hausarbeit satt hatte und sich dringend einen Tapetenwechsel wünschte, was jedoch von dem Mädchen geringfügig fehlinterpretiert wurde.