Aus meiner Familienchronik IV

Auch heute möchte ich wieder ein wenig über meine Familie plaudern.

Auf dem Foto das im Jahre 1963 aufgenommen wurde, sehen wir eine entfernte Verwandte namens Edith mit ihren Drillingsmädchen (v. links) Astrid, Dagmar und Untersteh-Dich!!!.

drillinge

Laut Geburtsurkunde hieß das Mädchen zwar Kerstin, doch zahlreiche Eskapaden des kleinen Satansbratens sorgten dafür, dass man sie schon rein prophylaktisch mit den Worten Untersteh-Dich!!! anherrschte und somit erschien dies als Rufname nur konsequent.

Während Dagmar und Astrid guten Gewissens als kleine Englein bezeichnet werden konnten, war die kleine Untersteh-Dich!!! von einem ganz anderen Kaliber. Sie verfeinerte die gute Gemüsesuppe ihrer Mutter mit Schmierseife, färbte Holzi den Nachbarsdackel lila, vertauschte eine Tube Sekundenkleber mit Vatis Fusscreme was diesem den Spitznamen Fusselfuß bescherte und über die von ihr erfundene Sportart Froschball breiten wir gütig den Mantel des Schweigens.

Dabei meinte sie es eigentlich nie böse. Für alles was sie tat hatte sie triftige Gründe. Bei der Schmierseifensuppe dachte sie, man spare sich dadurch das Zähneputzen, Vati beschwerte sich ohnehin immer darüber, dass er seine Socken nicht finden konnte, weshalb der Kleber fortan dafür sorgte, dass sie dort blieben wo sie hingehörten, dem Dackel stand lila einfach besser als braun und Froschball hatte sie sich als Leibesertüchtigungsmaßnahme für faule Amphibien gedacht.

Als das Foto aufgenommen wurde hatte Untersteh-Dich!!! kurz vorher sämtliche Wände des Hauses mit herzhafter Gulaschsuppe umgestaltet. Vorausgegangen war eine Aussage von Mutti Edith, die die Hausarbeit satt hatte und sich dringend einen Tapetenwechsel wünschte, was jedoch von dem Mädchen geringfügig fehlinterpretiert wurde.

Von Wattestäbchen, Supermärkten und Wahnvorstellungen …

Nun muss ich es endlich einmal eingestehen:

Ich, ja ich, verwende hin und wieder gewöhnliche Wattestäbchen um meinen Gehörgang von diesem vermaledeiten Jucken zu befreien.

Zugegeben, man soll das nicht tun, aber es fühlt sich nunmal großartig an. Jedoch kann ich bei der Prozedur des Lauschlappengeprickelterminierens jedem nur empfehlen, nicht auf eine Profi-Ausrüstung zu verzichten.

Bei allzu preiswerten Wattestäbchen vom Wühltisch kann es durchaus passieren, dass sich winzig kleine Mengen an Watte unerlaubt vom Haubtbausch entfernen und im Inneren des Körpers Unheil anrichten. Im günstigsten Fall geraten sie in den normalen Stoffwechsel und kommen auf natürliche Weise wieder zum Vorschein, nämlich durch den Bauchnabel. Im schlimmsten Fall geraten die Flusen aber ins Gehirn und stiften dieses zu Fehlfunktionen an.

In meinem Fall resultierte daraus ein mehrtägiges Fusselfieber bei dem ich mich für den König der Zitrusfrüchte hielt. Ich kann nur jedem davon abraten, sich während eines solchen Zustandes in die Öffentlichkeit zu begeben, geschweige denn in der Obstabteilung eines Supermarktes die Menschen laut dazu auffordern, auf den Verzehr von Fruchtfleisch zu verzichten.

Zusammenfassung: Die Verwendung von qualitativ minderwertigen Wattestäbchen ist böse und endet meist vor dem Haftrichter!

Von Zeitungsausträgern, Tiefkühlkleister und Kicheranfällen …

Liebes Tagebuch

Die letzte Woche war höchst ereignisreich

Am Montag musste meine Fabrik für Tiefkühlkleister leider schließen. Seitdem traue ich mich nicht mehr aus dem Haus, weil ich mich davor fürchte, dass meine Gläubiger mir auflauern werden um mich mit kalorienarmem Soßenbinder zu bewerfen.

Am Dienstag konnte ich nicht arbeiten gehen, weil ich mich über die Redewendung: “Ruhe im Karton!”  kaputt lachen musste. Als ich das Haus dennoch verlassen wollte, musste ich dies wegen eines massiven Kicheranfalls abbrechen.

Am Mittwoch wollte ich in die Politik gehen. Ich gründete eine Partei mit dem Namen GGS. Was das in lang heißt, werde ich mir noch ausdenken. Ziel meiner Partei ist es, die Farbe violett zu verbieten.

Am Donnerstag habe ich herausgefunden, dass Elvis noch lebt. Mittlerweile nennt er sich Horst Regenauer und betreibt eine Fasanschlachterei in Salzgitter. Er leugnet zwar noch seine wahre Identität, aber ich bin hartnäckig.

Am Freitag wurde mir eine schreckliche Offenbarung zuteil. Wenn ich mich mit dem phlegmatischen Zeitungsausträger zu lange im gleichen Raum aufhalte, explodiert das Raum-Zeit-Gefüge und zerfällt zu Nudelsalat. Ich habe die Zeitung sofort abbestellt.

Am Samstag ist der Vereinspräsident unseres Clubs für interne Unannehmlichkeiten auf einer betrunkenen Fledermaus ausgerutscht und hat sich dabei einen Zacken aus der Krone gebrochen. Ich sollte seine Nachfolge antreten.

Am Sonntag wusste ich schließlich,  was ich mit meinem Leben anfangen werde. Ich habe mich dazu entschlossen, den mathematischen Beweis zu erbringen, dass die Zahl 8 im mathematischen Gefüge keinerlei Bedeutung hat. Weiter werde ich den Antrag stellen, diese Zahl generell zu verbieten und jeden zu verhaften, der noch mit ihr rechnet.

Von unauffälligen Andeutungen und gemeinen Menschen …

Gestern zwinkerte mir der Hund zu, der unten im Erdgeschoss wohnt. Ich verstand seine Andeutung sofort und folgte ihm unauffällig  in seine Wohnung.

Wie ich jedoch voller Entsetzen feststellen musste, wird das arme Tier von seinem menschlichen Mitbewohner unterdrückt, ja regelrecht unterjocht. Er erlaubt dem Hund keinerlei Kontakt zur Außenwelt und mich warf er sofort hinaus. Auch verbot er mir, mit dem Tier je wieder zu sprechen.

Nun arbeite ich an einem Plan, den Hund zu befreien.